Verlass die Stadt

01. Abgesang

Ich bekenne mich schuldig
Die Welt tut mir weh
Drum zieh ich die Schlüsse
Wenn ich Schlüssel seh
Wenn Innen wie Aussen so blind sind wie wir
Dann hilft nur das Warten
Das Trinken von Bier
Ja auch ich unterschreibe nun die Petition
Ich bin für mehr Logik für mehr Konzentration
Rebelliere im Stillen
Diskutiere banal
Wenn man vieles verliert
Ist dir vieles egal
Ich habe beschlossen
Ich gehe konform
Ich stelle mich richtig
Entspreche der Norm
Ich wollte viel ändern
Die Jahre vergehn
Und ich hab nichts bewirkt
Und es blieb alles stehn
Drum zieh ich die Schlüsse
Wenn ich Schlüssel seh
Ich wähl den Weg des geringsten
Denn der andre tut so weh so weh so weh
Drum singet ihr Vögel
Chip chip cherrip
Drum singet ihr Vögel
Denn ich sing jetzt mit


02. Neulich im Kanal

Jetzt kommt der stark geschminkte Junge
& die Sängerin per Losentscheid
Des greisen Moderators Zunge
Zu jedem Übergriff bereit
Beginnt ein Zuschreibungsgefecht
Mit großem Traumapotenzial
Die beiden Gäste irritiert
Sprengen die Rollen im Kanal

Entsetzte Körper
Verhandeln ihre Position
Erstaunt, das ständig unterm-Wert-geschätzte Publikum
Lassen die Hoffnung fahren auf die nächste Come-Back-Show
Setzen noch einen drauf mit Riesenwucht ins Mikrophon

Besetzt nach Typen.
Und dann 'ne kleine Revolution
Im Samstagabendprogramm
Der großen Nation
Der Handlungspielraum schien bis dato
Durchaus optimal verteilt
Doch jetzt fetzt jede lustvoll mit
( So auch die Sängerin per Losentscheid )


Die Sponsoren laufen heiß
Verträge laufend annulliert,
Jeder Zurechtweisungsversuch
"Wird von allen im Saal hier
Schlichtweg ignoriert !"

Jetzt sind wir alle, die hier sitzen
Also auch mal Zeugen des Skandals
Der surrealen Eskapade
Die da lief recht ungeniert
Und neulich im Kanal

Entsetzte Körper
Verhandelt ihre Position
Erstaunt, das ständig unterm-Wert-geschätzte Publikum
Lassen die Hoffnung fahren auf die nächste Come-Back-Show
Setzen noch einen drauf mit Riesenwucht ins Mikrophon

Besetzt nach Typen.
Und dann 'ne kleine Revolution
Im Samstagabendprogramm
Der großen Nation
Der Handlungspielraum schien bis dato
Durchaus optimal verleibt
Der Junge schreit: Sie lebe hoch, die Uneindeutigkeit !

Zersetzt die Körper
Verhandelt ihre Konvention
Erstaunt, das ständig unterm-Wert-geschätzte Publikum
Laß deine Hoffnung fahren auf die nächste Come-Back-Show
Und setz’ noch einen drauf mit Riesenwucht ins Mikrophon

Zerfetzt die Typen
'ne kleine feine Revolution
Im Samstagabendprogramm
Der großen Nation
Doch jeder Ausschlag schlägt zurück
Es wird der Bildstand korrigiert
Und alle Körper, die zersetzten werden
Eingesammelt
Abgeführt.


03. Total Quality Woman

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04. Soldat_in oder Veteran

Ist es die Lüge, die Lüge Individualität
Ist es der Widerspruch der einfach nicht zu Leben geht
Hemmt dich die Angst vor dem nächsten unaufhaltsamen Verlust
Oder dein Alter, der Klassenkampf, der Börsensturz ?
Hast du dich denn noch immer nicht entschieden
Zwischen angepasstem und aussätzigem Leben ?
Willst du denn warten bis die nächste große Blase platzt ?
Ist es nicht offensichtlich wer hier warum wen befragt ?
Jetzt ist also dein Körper, dein Körper die Fabrik
Reproduzierst du was begehrt wird oder wieder nur dich ?
Dient dir der Dampf als Antriebskraft
Oder ist es gar Leidenschaft?

Erschöpft ?
Ach was, es fängt gerade erst an !
Bist du Soldat_in oder Veteran, ha ?

Hat dich die Wucht der Veränderung denn überrascht ?
Ist das die Abnützungserscheinung deiner Urteilskraft ?
Hält dich die Lage für stabil? Hältst du dein sicheres Gefühl ?
Wenn ja wär der Aderlaß von eben jenem nicht auch dein Gewinn ?
Sprichst du von Aufbruch oder von Untergang ?
Zäumst du von hinten oder gehst du's gern von vorne an ?
Wenn du träumst, träumst du dich als widerständiges Subjekt ?
Hältst du die Art der Fragestellung für zu unkonkret ?
Ist das Versuch und Irrtum ?
Ist das der Schlag,
Oder ist das schon die Wirkung ?

Denkst du, du verdienst die bessere Zukunft ?
Verdienst den helleren Himmel ?
Und womöglich auch noch - sag schon -
Auch die besseren Bedingungen ?
Was empfindest du beim Klang des Wortes Biopolitik
Triffst du die potentiellen Partner bei John Harris oder Chez Monique ?
Gingen wir richtig in der Annahme dass die Vereinzelung verzweifelt ?
Dass die verinnerlichten Sichten stets an Verkörperungen scheiterten ?
Ja. Hier wird Fleisch zersetzt.
Da werden Knochen freigelegt,
Und wenn du nicht kooperierst
Dann werden sie abgesägt.
Dein Kapital sei also folglich die Zerrissenheit ?
Meinst du, dass diese dich von unser aller Pflicht befreit ?
Nein. Niemand wird hier ausgespart
Und jede kalkuliert
Und du hast nur zu Fragen
Wenn mich die Antwort interessiert

Also !
Wessen Schuhe ziehst du an ?
Bist du Soldat_in oder Schizopunk ?

Im Ausnahmezu - oder besser - diesem Zustand völlig durchdrungen und kein Außen in Sicht Statistische Wahrscheinlichkeit als Haltegriff ist alles was uns bleibt, Madame …

Ist das die Simulation
Oder gilt das schon ?
Gilt !
Gut.
Klagst du oder greifst du an ?
Bist du Soldat_in oder Veteran ?


05. Alles renkt sich wieder ein

Ich ha-habe eine Sehnsucht
Nach der nächsten Katastrophe
Denn wenn wir gemeinsam leiden
Fällt dieses Unbehagen ab
Der Zufall ließ uns weiterleben
Der Überdruß ging vor der Angst
Ließ uns einander fest umklammern
Und hoffen für den nächsten Tag
Macht aus den Städten schutt und Asche
Ich will nie wieder Sonnenschein
Ein Menschenleben weg genügt nicht
Es müssen Gottesleben sein
Ich will die Kinder schreien hören
Die Mütter einsam flehn am Grab
Und keine Vögel solln mehr singen
Nur unsre Melodie erklingen

Alles renkt sich wieder ein
Irgendwann geht es vorbei
Der Schmerz tut weh und es wird besser
Nur durch unsre Melodie
Lass den Kopf nicht hängen Sweetheart
Es wird alles wieder schön
Halt die Ohren steif, my darling
Und unser Glück wird in Erfüllung gehn

Während die Feigen Tode suchen
Der Knechtschaft Qualen wolln entgehn
Sich ängstlich in den Abgrund stossen
Wird uns’re Melodie bestehn
Wir überwinden jede Hölle
Ob Hagel Blitze Feuer Blut
Verwandeln klägliches Gesänge
In Harmonie und neuen Mut

Alles renkt sich wieder ein
Irgendwann geht es vorbei
Der Schmerz tut weh und es wird besser
Nur durch unsre Melodie
Lass den Kopf nicht hängen Sweetheart
Es wird alles wieder schön
Halt die Ohren steif, my darling
Und unser Glück wird in Erfüllung gehen


06. Verlass die Stadt

Sie haben die Straßen auf Sprengstoff gebaut
Die Kanäle geflutet, den Abfluss gestaut
Die Luft längst vermengt mit astreinem Aspest
Und Beton dort gestreut, wo das Gras nicht mehr wächst
Manche Gegenden der Stadt wurden gänzlich abgetrennt
Da kommt kein Auto mehr her
da fährt die Tram nicht mehr hin
Da in recht regelmäßigen Intervallen
Menschen auf den Asphalt knalln
Menschen auf den Asphalt knalln

Bevor die Glut in dir erlischt
Verlass die Stadt
Die keine ist
Ein neuer Wundbrand in Athen
S’ist an der Zeit endlich zu gehn

Was uns abdrängt von dem Weg der da noch vor uns liegt
Ist das abgestandne Gas das noch immer durch uns fließt
Es ist Sommer in Wien und nicht Stalingrad, sagt er
Ich weiß, sag ich, und trotzdem ist mir kalt

Nur eine Frage der Zeit bis der nächste Stadtteil brennt
Seine-Saint-Denis scheint angespannt doch eingedämmt
Mach die Augen zu und wünsch mich ins Zentrum der Leidenschaft zurück
Und plötzlich liegt was auf der Hand das sie zum Zittern bringt
Die Seele brennt genau wie all der Orte Straßen
Es ist Zeit diese Stadt zu verlassen

Bevor die Glut in dir erlischt
Verlass die Stadt
Die keine ist
Ein neuer Wundbrand in Athen
Ist an der Zeit endlich zu gehn
Nimm meine Hand
Und führ mich weg
Aus meiner Stadt
An jenen Ort
Der mich vermisst
Dort führ mich hin
Nimm meine Hand
Und bleib nicht stehn


07. At the Rivers Edge

They took some bricks and built a wall
They made it solid, strong and tall.
Built it wide from bank to shore
Bank to shore
But close to the guarded borderline
Where freedom flows into the end of times
Ships still take ground
Without sound

At the river’s edge
In the border zone
Where the wind blows cold
And all sleep has gone
Bodies and memories
Of stranded caravan
Are buried with their dreams & struggles & tides
All symbols & sense

We don't need any mercy
Don't need an act of grace
We only want to live a good life
And sometimes change the place

So drop your ruddy curtains
We will kindle them to shed light
And if you try to slack this fire
We‘ll still be here to reignite

Under the cloud of night
Under the cover of trees
Under the screen of fog
It’s getting under way
Under the cloud of night
Under the cover of trees
Under the screen of fog
We’re gonna multiply
Under the cloud of night
Under the cover of trees
Under the screen of fog
We are going to organize
Under the cloud of night
Under the cover of trees
Under the screen of fog
We’ll be your gathering storm
But under the cover of trees
Under the screen of fog
Sooner or later we'll walk
Across all boundaries

At the river’s edge
In the border zone
Where the wind blows cold
And all sleep has gone
Stories and memories
Of stranded caravan
Are buried with their dreams & struggles & tides
All morals and sense


08. IFALL

If all of the dead are now living instead
And all of the living will die
Buying the tickets and changing the trains
Back home again by and by

If all of the living are dead now instead
And all of the dead will revive
Buying the tickets and changing the trains
Into the city and back home again

You may be tired and weary
But you have to hold on
Till the phone rings and calls us away
Where the morning's so bright
And the sun is the light
And the night is as bright as the day

If all of the dead are now living instead
And all of the living will die
Buying the tickets and changing the trains
Back home again by and by

If all of the living are dead now instead
And all of the dead will revive
Buying the tickets and changing the trains
Into the city and back to the “good life”

Freedom itself is a canting scheme
Exclusion has founded the city of men
The law awaits you in refugeecamps
But no rules are aplicable to chaos

The state of exception bears no bare life
Your existence per se is the edge of the knife
You are born
And you wanna be free ?
Pay in cash take the train to the valley of dreams

Where the flowers will blow
And the grass will be green
And the skies will be skies
And The sun ever beams
Oh and language, the virus from outta space
Is getting spaced out again without leaving a trace

No more justice
No peace
No more siluette promise
No more
No


09. Happy Birthday

Heute also ein Jahr älter
- lacht nicht, ihr alle werdet sterben ! -
Im freien Fall und ohne Netz
Tja , das Leben ist kein Wunschkonzert
Nein, das Leben ist kein Wunschkonzert

Alter also fortgeschritten
Mußt nun ständig neue Risse kitten
Um nicht einzufalln und abzudrücken
Aufzupralln und einzuknicken
Es gilt rauszugehn und aufzublicken
Und Blumen von den Wiesen zwicken

Ich will Friede
Und Freude
Und verdammt nochmal den Eierkuchen
Und die Freunde
Die Friends
Möcht ich mir gefälligst selbst aussuchen
Doch und das sei stets vermerkt
Das Leben ist kein Wunschkonzert

Nicht für Peter nicht für Boris
Nicht für Ahmet nicht für Thod
Nicht für Svenska oder Rita
Nicht für Rosi vormals Bob

Nicht für Martha nicht für Elke
Nicht für Isaak nicht für Fred
Nicht für Simon oder Britta
Nicht für Hassan oder Sepp

Nicht für Leon oder Herta
Nicht für Gini oder Bert
Nicht für Julia nicht für Jens
Den ham sie nämlich eingesperrt

Nicht für Robert und Roberta
Nicht für Erik oder Killi
Nicht für Oliver und Elise
Nicht für Pierre oder für Billi

Nein das Leben ist kein Wunschkonzert

Nicht für …